Windelin mit zweitem Funkgerät
Seit Anfang Juni ist es nun soweit: Windelin sendet zusätzlich auf einem zweiten Funkkanal. Dieser Kanal liegt im PMR-Bereich und ist anmelde- und gebührenfrei (446 MHz, 8 Kanäle, 500mW Sendeleistung). Jeder Interessierte kann für ca. 50~80€ ein Funkgerät erwerben und so z.B. während des Schleppvorganges Tipps vom Windenfahrer entgegennehmen. Mit etwas Übung kann man sich dann auch in der Luft funkender Weise verständigen – und das ohne den Schleppbetrieb „lahmzulegen“ (der wird weiterhin auf 151.21MHz abgewickelt).
Im Startkoffer befindet sich ein weiteres PMR-Funkgerät und kann u.a. Gastpiloten bei den Erstflügen in unserem Gelände angehängt werden. Es ist aber auch als Ausweich-Startleiter-Funkgerät dienlich, falls mal (wieder) die Sprechgarnitur einer Thermikmöwe auf Dauersendung steht und die notwendige Funkverbindung für den Schleppbetrieb blockiert.
Es wäre sehr begrüßenswert, wenn sich ein PMR-Kanal als Kommunikationskanal etabliert, um so den „Schleppkanal“ (151,21 MHz) „zu entlasten“ bzw. möglichst störungsfrei zu halten (zur Erinnerung: während des Schlepps muß unbedingt eine ungestörte Sprechverbindung zum Windenfahrer bestehen, um auf Gefahrensituationen reagieren zu können). Für die PMR-Funkgeräte wird (wie auch für LPD) keine Amateurfunk-Lizenz benötigt. Viele der bereits verwendeten (Amateur-) Funkgeräte lassen sich auch auf den PMR-Frequenzen betreiben. Es wäre sehr hilfreich, wenn diese Kanäle in den Geräten eingespeichert werden und sich die Benutzer mit der Gerätebedienung (Kanal- und Bereichsumschaltung) vertraut machen würden. Beim Kennwood TH-G71E z.B. lassen sich die Kanäle im Speicherbetrieb mit einem Namen versehen (z.B. PMR1 ~ PMR8). Weiterhin lassen sich mit einem entsprechenden Sprechset die verschiedenen Frequenzbänder per Tastendruck umschalten. So kann während des Fluges zwischen Schleppkanal und PMR umgeschaltet werden.
Tabelle1: Kanäle und Frequenzen
| Kanal | Frequenz |
| 1 | 446,00625 MHz |
| 2 | 446,01875 MHz |
| 3 | 446,03125 MHz |
| 4 | 446,04375 MHz |
| 5 | 446,05625 MHz |
| 6 | 446,06875 MHz |
| 7 | 446,08125 MHz |
| 8 | 446,09375 MHz |
Tabelle 2: Zulassungen PMR in verschiedenen Ländern
| Land | PMR446 eingeführt | Abweichungen von ERC Vorschriften und Kommentare |
| Belgien | Ja | Lizenz erforderlich |
| Dänemark | Ja | Freier Betrieb |
| Deutschland | Ja | Freier Betrieb |
| Finnland | Ja | Freier Betrieb |
| Frankreich | Ja | Kanal 1 (446,00625 MHz) und Kanal 2 (446,01875 MHz) nicht gestattet |
| Griechenland | Nein | Betrieb nicht gestattet |
| Großbritannien | Ja | Freier Betrieb |
| Irland | Ja | Länderspezifische CTCSS oder DCS-Ton-Kontrolle |
| Island | Ja | Freier Betrieb |
| Italien | Nein | Betrieb nicht gestattet |
| Luxemburg | Ja | Lizenz erforderlich |
| Niederlande | Ja | Freier Betrieb |
| Norwegen | Nein | Betrieb nicht gestattet |
| Österreich | Ja | Nur für den kommerziellen Einsatz |
| Portugal | Ja | Freier Betrieb |
| Spanien | Ja | Freier Betrieb |
| Schweden | Ja | Freier Betrieb |
| Schweiz | Ja | Freier Betrieb |
| Türkei | Ja | Lizenz erforderlich (Lizenzfreiheit in Überlegung). Testberichte werden anerkannt. |
Ein Helmset ist recht komfortabel und ermöglicht eine sehr gute Sprachverständigung. Es erfordert jedoch einen mehr oder weniger umfangreichen Einbau von Lautsprecher, Mikrofon, Sendetaste(n) und Steckverbindung. Alternativ könnte ein Ohrbügel zusammen mit dem im Funkgerät eingebautem Mikrofon (nebst Sendetaste) verwendet werden. Dazu könnte das Funkgerät z.B. (vorne) am Gurtzeug befestigt werden. Die dann benötigte „Verkabelung“ ist dann auch nicht so kritisch bei Störungen (Kabelbruch, Kurzschluß).
Headset/Helmset/Verkabelung: Wer so etwas verwendet wird früher oder später mit dem leidigen Thema Kabelbruch konfrontiert. Die häufig viel zu dünnen Kabel werden irgendwann (meist während eines Startvorganges) überbeansprucht und reißen bzw. verursachen einen Kurzschluß. Dieses führt teilweise zu einem „Dauerträger“, d.h. das Funkgerät sendet ständig und blockiert den Kanal (meist ohne dass der verursachende Pilot irgendetwas davon bemerkt). In einem solchen Fall ist der Schleppbetrieb gestört bzw. blockiert.
Je mehr Leitungen gelegt werden müssen (Ohrhörer, Mikrofon, Sendetaster, Verbindung zum Funkgerät) und je länger diese Leitungen sind, desto anfälliger ist das System für Fehler. Selbst mit einer recht robusten Leitung zwischen Funkgerät und Helmset habe ich (wenn auch wesentlich seltener) noch mal Probleme (vielleicht sollte ich mir mal ´ne Ersatzleitung basteln). Übrigens sollte man bei den Steckverbindungen zum Funkgerät darauf achten, dass die empfindlichen Buchsen im Gerät nicht ausgehebelt werden (z.B seitliche Buchsen und gerade Klinkenstecker) – eine Reparatur kann sehr teuer werden.
Leider sind die Sets auch nicht zu allen Funkgeräten kompatibel. Bei Kennwood Geräten ist z.B. meist ein Umbau nötig, wenn ein „Standard-„ Headset verwendet werden soll.
Eine kabellose Verbindung zum Helm wäre ideal, ist aber leider z.Zt. noch nicht erhältlich. Optimal wäre z.B. eine Bluetooth Funkverbindung zum Helm, die dann idealerweise auch Telefonieren ermöglicht. Leider kenne ich keine Funkgeräte (oder Adapter), die Bluetooth-Verbindungen unterstützen (à Eigenentwicklung gefragt). Dummerweise könnten zwei Geräte (Funkgerät und Telefon) an einem Helmset der Bluetooth-Norm Probleme bereiten – aber wir basteln daran.
Falls einer die ultimative Lösung gefunden haben sollte, ist er hiermit aufgerufen, dieses in einer der nächsten Möweninfos kundzutun.